Tag 51: Landtag – Kulinarischer Ausflug in eine Konoba / Fahrzeit ca. 15 Minuten

Tag 51: Landtag – Kulinarischer Ausflug in eine Konoba / Fahrzeit ca. 15 Minuten

Heute erleben wir eine große Ausnahme in dalmatinischen Gefilden –unsichtiges Wetter und obendrauf eine Starkwindwarnung. Also bleiben wir in der Marina und hängen einen weiteren Landtag dran. Kein Problem, denn wir planten ohnehin, uns heute den kulinarischen Genüssen hinzugeben. Schon von mehreren Bekannten hörten wir, dass die Konoba „Podhume Guesthouse“, ein landestypisches Restaurant, etwas im Hinterland gelegen und doch nicht weit von der ACI Marina Milna entfernt, die beste der Insel sein soll. Also melden wir uns bei der Konoba telefonisch an und können schon bald von dem besonderen Service der Konoba profitieren: wir werden von einem Mitarbeiter der Konoba abgeholt und können so während der rund 15 Minuten dauernden Fahrt die Landschaft genießen und uns auf das Essen einstimmen.

Schon der erste Eindruck und der Anblick des Hofes ist ein Augenschmaus. In uriger Atmosphäre kann man bei wohligen Temperaturen draußen sitzen, der Steinofen ist in Betrieb, die ganze Konoba erscheint wie organisch über die Jahrzehnte und Jahrhunderte gewachsen. Über 200 Schafe bevölkern den Ort nebst einigen Katzen, die offenbar alle ebenfalls zum Hof gehören. Zu moderaten Preisen werden in dem wieder aufgebauten historischen Hof aus dem 17. Jahrhundert köstliche Spezialitäten des Landes gereicht – selbstverständlich hausgemacht und frisch zubereitet. Und das schmeckt man auch. Wir haben uns für die traditionelle Kartoffelpfanne mit Lammfleisch und Paprika entschieden und müssen sagen, dass dies das beste Pfannengericht war, das wir auf unserer Reise bisher genießen durften. Zum Abschluss gibt es einen hochwertigen Šljivovica, den berühmten aus Pflaumen hergestellten Obstbrand. Leider haben wir vergessen zu fragen, ob dieser selbstgebrannt und käuflich erhältlich ist – wir hätten gerne eine Flasche als Andenken mitgenommen. Die sehr sympathische Patronin der Konoba ist über das gute Essen hinaus eine gute Gastgeberin: sie kann stundenlang unterhaltsame Geschichten über den Hof, die Insel und das Land erzählen. Und das Essen ist wie uns vorher angekündigt und ans Herz gelegt einfach sensationell – was will man mehr?

Adresse Podhume Guesthouse: Podhume, Srednja kala b.b, Milna, Brač, Kroatien, Tel: +385 91 157 2203

Tag 50: Landtag – Besuch der Steinmetzschule in und Blick übers Meer – (110 km) / Fahrzeit ca. 8 Stunden

Tag 50: Landtag – Besuch der Steinmetzschule in und Blick übers Meer – (110 km) / Fahrzeit ca. 8 Stunden

Wir unternehmen heute wieder einen der schon fast traditionellen Landausflüge mit dem Scooter. Über die Orte Sutivan, Supetar und Postira geht es die nördliche Küstenstraße entlang nach Pučišća, denn wir wollen die berühmte Steinmetzschule in Pučišća besuchen. Der schneeweiße Marmor aus Brač ist wegen seiner Farbe und seiner hohen Qualität weltweit bekannt und geschätzt. Marmor mit Bračer Herkunft findet sich unter anderem im Wiener Stephansdom und an der Fassade des Weißen Hauses im US-amerikanischen Washington. In der Klekarska Škola, der Steinmetzschule in Pučišća lernen junge Menschen unter der Anleitung von rund 20 Lehrern die Bearbeitung des edlen Gesteins mit Hammer, Meißel und anderen Werkzeugen und es bis hin zur Perfektion kunstvoll zu formen. Die Schule hat Tradition: schon 1909 wurden hier die ersten Schüler zu Steimmetzen ausgebildet. Doch schon die Römer wussten von der Besonderheit des weißen Steins und haben ihn für besondere Zwecke verwendet und in die (bis dahin bekannte) Welt exportiert. Noch heute zeugen zahlreiche prächtige Gebäude in Pučišća von dem Reichtum, den der Marmorstein dem Ort einst beschert hat. Wenngleich keine deutlichen Hinweise auf eine Besichtigungsmöglichkeit der Steinmetzschule hinweisen, ist es doch möglich, einen Einblick in die Ausbildung der Steinmetze zu werfen. Wir haben sehr viel Glück gehabt, denn heute ist gerade Donnerstag. Für alle anderen heißt es gut planen! Denn Führungen durch die Steinmetzschule in Pučišća werden nur an Donnerstagen angeboten.

Nach dem sehr interessanten Besuch der Steinmetzschule in Pučišća wollen wir auch das südliche Ende der Insel Brač erkunden und machen uns auf den Weg nach Bol, den südlichsten Ort der Insel. Von hier aus können wir Richtung Süden sogar wieder auf in Luftlinie nur rund 5 Kilometer entfernte Insel Hvar schauen und ihre langgezogene Schönheit bewundern. Massive Berge am so genannten Goldenen Horn von Brač machen von Bol nach Milna eine Rückfahrt auf kurzem Wege nahezu unmöglich. Nur die D115, teilweise als unbefestigte Serpentinenstraße gebaut, würde uns nach Hause bringen. Das wollten wir dann doch nicht, zumal wir kein Zeitgewinn machen würden. Also geht es auf gleichem Wege zurück über Gornji Humac und Pražnica auf die D113 Richtung Milna.

Kurz vor Donji Humac biegen wir von der D113 westwärts auf die D114 ab. Nun ist es nicht mehr weit bis nach Milna, wo uns nach 110 km auf dem Scooter bei schönstem Kaiserwetter ein schönes und wohlverdientes Abendessen in einem der zahlreichen Restaurants der Altstadt von Milna erwartet.

www.kuestenpatent-kroatien.at

Tag 49: Von Marina Makarska nach ACI Marina Milna (Insel Brač) – (32 sm) / Fahrzeit ca. 6 Stunden

Tag 49: Von Marina Makarska nach ACI Marina Milna (Insel Brač) – (32 sm) / Fahrzeit ca. 6 Stunden

Heute, an Tag 49 unseres Segeltörns, geht es vom Festland wieder hinaus auf die Insel – als Ziel haben wir uns Milna auf der Insel Brač vorgenommen, wo wir planen, ein paar Tage zu bleiben, sofern es uns dort gefällt. Der Wind steht weiterhin in der Hauptwindrichtung von Südosten kommend. Mit dem eingeschlagenen Vorwindkurs wäre ein Spinnaker ideal, um richtig Tempo zu machen. Allerdings erfordert dieses riesige, meist bunte Vorsegel auch eine perfekt eingespielte Crew und einiges an Kraft beim Anschlagen des Spibaums und Setzen sowie Bergen des Spinnakers selbst. Zudem ist beim Rudergänger einiges an seglerischer Erfahrung notwendig, damit der Spinnaker bei leichtem Anluven nicht einfallt und man ihn dann versehentlich überfährt, was zu teuren Schäden an Tuch und Schiff führen kann. Doch auch ohne Spinnaker kommen wir deutlich schneller voran als gefühlt, denn es fehlt beim Vorwindkurs der meist doch sehr angenehme Fahrtwind. So sind wir zwar fast genauso schnell wie der Wind, aber durch den eben nicht vorhandenen kühlenden Fahrtwind wird es meiner Vorschoterin Schnicki und mir auf die Dauer ganz schön warm.

Wir beschließen, aus der Situation das angenehmste zu machen und entscheiden uns für die Segelstellung „Schmetterling“. Das bedeutet, dass Großsegel und Vorsegel, in diesem Fall unsere Fock, auf unterschiedlichen Seiten stehen. So werden beide Segel optimal angeblasen. Wir müssen nur die ganze Zeit sehr aufmerksam sein, keine Patenthalse hinzulegen, und wir kommen mit unglaublichen 6 Knoten bis zur Höhe der Insel Brač voran. Hier müssen wir ein wenig anluven und dazu zunächst eine Halse fahren, um Kurs auf Milna nehmen zu können. Ich hole das Großsegel dicht und warte auf die Ansage „Fock fällt“ von meiner Vorschoterin. Dann gehe ich mit dem Heck durch den Wind und fiere das Großsegel an der Großschot wieder ganz auf, so dass es ohne merklichen Geschwindigkeitsverlust auf Raumschotskurs weitergehen kann.

Die Stadt Milna ist der größte Ort auf der Insel Brač, sie entstand im 16. Jahrhundert und der angeschlossene Hafen entwickelte sich seitdem zum wichtigsten Hafen der Insel. Die ACI Marina in Milna liegt im Westen der Insel Brač in einer Bucht und ist somit sehr gut gegen Wind und Schwell von See aus kommend geschützt. Die geschützte Lage machte die ACI Marina Milna zu einer der bekanntesten und beliebtesten Buchten für Charteryachten. Zudem ist die Marina mit der blauen Flagge ausgezeichnet. Die blaue Flagge mit dem unverkennbaren Wellensymbol im Kreis wird von der Gemeinde jeweils für eine Saison vergeben und steht für besondere Qualitätsstandards hinsichtlich Standards hinsichtlich des Umweltmanagements, der Güte der gebotenen Dienstleistungen und der Wasserqualität. Dadurch, dass das Gütesiegel nur jeweils eine Saison gültig ist, kann man sich sicher sein, dass die maßgeblichen Kriterien für die Vergabe auch eingehalten werden. Und mit einem WLAN – Hotspot, einem Restaurant und Cafe in unmittelbarer Nähe, einer Brauchwasserfilteranlage und sanitäre Anlagen in Form von Toiletten und Duschen auf hohen Niveau lässt es sich durchaus aushalten. Das Wasser glitzert verführerisch im Gegenlicht in der Sonne, und nichts wäre uns lieber, als sofort in das kühle Nass zu springen. Doch zuerst einmal heißt es einen Liegeplatz suchen. Das heißt, wir müssen einen ganz bestimmten Liegeplatz finden, denn zum Glück haben wir vorher die Hafenmeisterei erreichen können und entsprechend einen Liegeplatz bereits reserviert. Wir legen wir üblich „römisch-katholisch“, das heißt mit dem Heck zum Steg an. Recht gut gefällt uns die Lage der Marina genau gegenüber des Ortszentrums. Damit ist unser Liegeplatz ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge auf der Insel Brač, wovon wir in den nächsten Tagen bestimmt ausgiebig Gebrauch machen werden.

Adresse ACI Marina Milna: D114 4, 21405 Milna, Kroatien, Reservierung möglich über Tel: +385 (0)21 63 63 06, GSM: +385 (0)98 39 88 51, Fax: +385 (0)21 63 62 72, E-mail: m.milna@aci-club.hr, Hafenmeisterei auch erreichbar über UKW-Kanal 17, Koordinaten: 43°19’35.9“N 16°26’52.2“E

Tag 48: Landtag: Ausflug mit dem Mietwagen von Makarska in das Neretva-Delta – (30 km) / Fahrzeit ca. 1 Stunde

Tag 48: Landtag: Ausflug mit dem Mietwagen von Makarska in das Neretva-Delta – (30 km) / Fahrzeit ca. 1 Stunde

Heute werden wir gleich mehrere ungewöhnliche Dinge unternehmen: zum einen legen wir zunächst wieder einen Landtag ein. Für Landausflüge schwärmten wir bisher ja schon mehrfach von den Scootern, den kleinen praktischen Rollern, die man hier in Kroatien preiswert und unkompliziert sprichwörtlich an jeder Ecke mieten kann. Doch für heute steht einmal die Anmietung eines Autos statt zweier Scooter an, denn wir wollen einen Ausflug ins Neretva-Delta unternehmen. Das Neretva-Delta ist nach dem gleichnamigen Fluss benannt und bekannt dafür, dass dort leckere Mandarinen wachsen und gedeihen. Die Ernte der orangefarbenen Früchte findet zwar erst Mitte Oktober statt, aber das sollte uns nicht davon abhalten, der lieblichen Landschaft im und rund um das Delta dennoch einen kleinen Besuch abzustatten. Auf geht es also von Makarska aus in südöstlicher Richtung Richtung Neretva.

Unterwegs treffen wir auf eine Konoba, also eine kleine typische dalmatinische Gaststätte, deren Speisekarte unsere Aufmerksamkeit erregt. Denn hier bietet man eine Spezialität an, die man in Nordeuropa so höchstwahrscheinlich nicht offeriert bekäme: „Zelena Žaba“, das sind panierte und frittierte Frösche. Die Amphibientiere mögen nicht unbedingt nach jedermanns Geschmack sein, doch haben die grünen Lurche mit den starken Schenkeln zusammen mit Aal und Flusskrebsen in verschiedenen Variationen einen nicht unbeachtlichen Anteil an der regionalen dalmatinischen Küche – und einen Versuch ist diese ungewöhnliche Spezialität aus dem Neretva-Delta allemal wert: der Geschmack ist fantastisch.

Tag 47: Von Hvar (ACI Vrboska Marina) nach Marina Makarska – (23 sm) / Fahrzeit ca. 4,5 Stunden

Tag 47: Von Hvar (ACI Vrboska Marina) nach Marina Makarska – (23 sm) / Fahrzeit ca. 4,5 Stunden

Nach drei sehr angenehmen Landtagen in der ACI Marina von Vrboska auf Hvar nehmen wir uns vor, wieder auf Wasser zu gehen und einen kleinen Schlag weiterzusegeln. Geplantes Ziel für heute ist die Marina der Hafenstadt Makarska. Die heutige Windrichtung entspricht der vorherrschenden Windrichtung aus Südost, so dass wir mit durchschnittlich gut 4 Seemeilen pro Stunde mit stetigem Halbwind bestens vorankommen. Der Halbwindkurs ist besonders angenehm zu segeln, da er nur wenig Krängung für unser Schiff bedeutet und kein Kreuzen (mit Ausnahme einer kleinen Kurskorrektur bei der Ansteuerung der Marina am Schluss unserer Etappe) erforderlich ist.

Schon bei der Ansteuerung der Marina von Makarska erwarten uns erfreuliche Anblicke: In einer Bucht, nicht weit vom Hafen entfernt, liegen querab einige Segelboote und glitzern in der Sonne – ein malerisches Bild zusammen mit den dicht stehenden Bäumen im Wald unmittelbar hinter dem Strand. Bei wolkenlosem Himmel genießen wir die Ansicht der typisch dalmatinischen Landschaft, die sich mit ihren sanften Hügeln und den dicht bewachsenene Wäldern erstreckt, soweit das Auge reicht.

Die Geschichte der rund 15.000 Einwohner zählenden Kleinstadt Makarska spiegelt sich im Stadtbild in eindrucksvoller Weise wider: es finden sich Spuren der Herrschaft der Römer und der Venezier ebenso wie jene der Habsburger und der Kroaten, unter deren Ägide Makarska heute steht. Die Marina in Makarska verfügt seit einigen Jahren über einen neuen Wellenbrecher an der Hafeneinfahrt. Dadurch wird der lästige Schwell stark vermindert, der in der Vergangenheit ein ruhiges Schlafen an Deck nur bedingt zugelassen hat. Die Marina Makarska ist landschaftlich mit dem historischen Stadtkern und dem im Hintergrund liegenden Biokovo-Gebirge malerisch eingebunden. Bei guter Sicht, so wie wir sie heute haben, kann man von Makarska aus die rund 8 Kilometer große vorgelagerte Insel Brač sehen, ein Ziel, das wir uns für die nächsten Tage schon fest vorgenommen haben.

Bei der Ansteuerung der Marina von Makarska können wir steuerbordseitig schon den kleinen und idyllischen Park šuma Osejava ausmachen, der sich rund zwei Kilometer lang die Küste entlang erstreckt und damit für eine Kleinstadt wie Makarska über beachtliche Ausmaße verfügt. Auf der Backbordseite befindet sich die Landzunge Sveti Petar mit der Promenade entlang der Küste und dem vorgelagerten Leuchtturm sowie den Grundmauern der alten Peterskirche aus dem 15. Jh., die an selber Stelle Anfang der 1990er Jahre unter gleichem Namen erneut aufgebaut wurde. Ein ehemaliges Oratorianerkloster aus der Kongregation vom Oratorium des Heiligen Philippo Neri ist ebenfalls nicht weit von der Marina entfernt. Beim Einlaufen in die Marina kommt uns gerade die Fähre von Makarska nach Sumartin auf Brač entgegen, so dass wir zusammen mit den bereits gut sichtbaren Häusern entlang der Küstenlinie und dem Hafenfeuer eine gute Ansteuerungsmöglichkeiten haben.

Die Marina in Makarska ist zwar keine ACI Marina, doch die Infrastruktur sowie der Service sind mit vorhandenen Duschen und WC, einer Tankstelle, diversen Restaurants und einem Supermarkt direkt an der Hafenpier und einigen weiteren Einkaufsmöglichkeiten, Strom und Wasser am Steg, einem Kran, einem Arzt, einer Bank, Postfiliale hervorragend und lassen keine Wünsche offen.

Adresse Marina Makarska: Obala kralja Tomislava, Makarski komunalac, trg Tina Ujevića 1, 21300 Makarska, Kroatien, Reservierung möglich über Tel. +385 98 64 53 22, E-Mail makarskiporat@gmail.com, Hafenmeisterei auch erreichbar über UKW Kanal 09, Koordinaten: 43°17’39.8“N 17°00’59.6“E

Tag 46: Hvar Landtag, Ausflug nach Sveta Nedjelja

Tag 46: Hvar Landtag, Ausflug nach Sveta Nedjelja

Der Dauerregen ist vorbei, die Sonne scheint und wir sind wieder von Jelda aus unterwegs, um Land und Leute Dalmatiens kennenzulernen. Unser Ziel lautet heute Sveta Nedjelja. Einheimische in Jelda sagten uns, dass man dorthin nur durch einen schmalen Tunnel komme. Von diesem Tunnel haben wir bereits gehört, er soll zu den aufregendsten Straßen in Europa zählen. So sind wir guten Mutes unterwegs, da taucht unvermittelt plötzlich ein kleines Loch im Berg auf. Was ist das? Das „Loch“ im Berg stellt sich nach kurzem Blick auf die Karte als der so genannte Pitve-Tunnel heraus. Der 1962 erbaute, rund 1.400 m lange und 2.4 m hohe Felsdurchgang führt von Pitve nach Zavala und die weiteren Ortschaften auf der Südseite von Hvar. Der Tunnel ist nicht asphaltiert oder gar mit irgendeiner Beleuchtung ausgestattet – er ist weitestgehend naturbelassen, so wie er in den Fels gehauen wurde. Wasser tropft von der Tunneldecke und kann schon manchmal zu kleineren Überschwemmungen führen. Der Straßenbelag ist schlecht, obwohl er fast jährlich ausgebessert wird. Zudem ist der Tunnel mit nur 2,3 m Breite so schmal, dass sich zwei Autos nicht begegnen können, und es gibt nur wenige Ausweichstellen.

Hvar

Daher herrscht Einbahnverkehr mit einer ganz einfachen Regelung: es gibt ein System mit Lichtsensoren, die bemerken, wo sich Fahrzeuge im Tunnel befinden. Solange man keine entgegenkommenden Lichter sieht, ist alles gut. Wenn man Scheinwerfer sieht, heißt es für Autofahrer, die Ausweichstellen zu finden, die nur mit Reflexstreifen markiert sind. Zum Glück sind wir nicht mit einem Mietwagen, sondern mit unseren Rollern unterwegs und könnten notfalls ausweichen. Doch der Nervenkitzel dieser Strecke ist definitiv auch mit unseren Rollern vorhanden! Früher war der Tunnel für Zweiräder komplett verboten. Mittlerweile wurde der alte Tunnel durch eine unbefestigte, ziemlich steile Straße über die Berge ergänzt, so dass der Tunnel heutzutage besonders von Allradfahrzeugen nicht mehr ganz so häufig benutzt wird. Doch stellt er gerade deswegen für jeden Touristen ein einmaliges und unvergessliches Erlebnis dar.

Die Fahrt nach Sveta Nedjelja hat sich gelohnt. Durch die Abgeschiedenheit der spezifischen Lage strahlen gerade die Ortschaften an der Südseite von Hvar eine besondere Ruhe aus und bieten dem, der es mag, völlige Ungestörtheit. Zudem gibt es noch eine hervorragende Sicht auf das dalmatinische Meer. Von der Idylle beseelt und glücklich darüber, diesen besonderen Ort entdeckt zu haben, machen wir wieder einmal eine kleine Weinprobe 😉

Tag 45: Hvar Landtag, Dauerregen

Tag 45: Hvar Landtag, Dauerregen

Über Tag 45 gibt es nicht viel zu berichten. Die Ankündigung des Wetterberichts hat sich vollständig bestätigt. Es regnet in Strömen und wir verbringen den Tag größtenteils auf unserem Boot. Das passt uns aber gar nicht schlecht, denn so haben wir genügend Zeit, zu relaxen, uns mit der weiteren Törnplanung zu beschäftigen und im wahrsten Sinne des Wortes klar Schiff zu machen. Und bisher haben wir uns über schlechtes Wetter ja nicht wirklich beschweren können 🙂

Tag 44: Hvar Landtag, Ausflug nach Stari Grad und Weinprobe

Tag 44: Hvar Landtag, Ausflug nach Stari Grad und Weinprobe

Nach den beiden letzten etwas anspruchsvolleren Etappen auf See haben wir uns vorgenommen, erst einmal ein paar Tage in der ACI Marina in Vrboska zu liegen, um die eindrucksvolle Insel Hvar zu erkunden und die Eindrücke auf uns wirken zu lassen. Der Wetterbericht sagt schlechtes und unsichtiges Wetter auf See voraus, so dass wir lieber auf dem sicheren Land bleiben.

Wie schon in Veli Rat (Insel Dugi Otok), in der Stadt Vis und in Pasadur auf der Insel Lastovo (in Teil 1 unseres Segeltagebuches nachzulesen) haben wir uns für unsere Ausflüge an einer der zahlreichen Vermieterstationen wieder zwei Scooter gebucht, die es in Kroatien wirklich fast an jeder Ecke gibt und die sich für Tagestouren als äußerst praktisch erwiesen und bewährt haben.

Hvar ist bekannt für seine traditionellen, robust aussehenden Steinhäuser, die teilweise schon mehrere Hundert Jahre alt sind und sich über die gesamte Insel erstrecken. Zunächst besuchen wir mit unseren Rollern die Hafenstadt Stari Grad im Westteil der Insel, das in der Antike im Jahre 384 v.Chr. von den Griechen gegründete Pharos. Die Altstadt von Stari Grad, rund 10 Kilometer entfernt und über die meist schnurgerade D116 von der Marina aus zu erreichen, wurde 2008 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Hier kann man viele Steinhäuser und einige in diesem Stil erbaute römisch-katholische Kirchen bewundern.

Gegen Abend geht es mit unseren Scootern in östliche Richtung. Nicht entgehen lassen möchten wir uns nämlich die Besichtigung des mehrfach ausgezeichneten Weingutes Tomic in der Stadt Jelsa, rund 6 Kilometer von unserer Marina entfernt. Im Weinkeller „Triclinium“ des Gutes, gestaltet nach dem Vorbild eines römischen Speisesaals, kann man eine Weinprobe mit Verkostung von mehreren Weinen und leckerem lokalem Käse buchen. Nebenbei erfährt man von der Verkostungsleiterin Anna eine ganze Menge über die Weine von Hvar und speziell die Weine des Weingutes Tomic. Wer möchte, kann zum Abschluss den für Dalmatien typischen süßen Dessertwein Prosek (nicht zu verwechseln mit dem ähnlichen klingenden italienischen Prosecco) probieren. Und selbst wenn man kein Weinfreund ist, ist die Besichtigung des Weingutes unter der Leitung von Andro Tomic dank seiner tollen Atmosphäre ein Erlebnis. Eine Reservierung für die Weinprobe ist nicht unbedingt erforderlich, aber sehr empfehlenswert, da ansonsten Wartezeiten in Kauf genommen werden müssen oder die Weinproben an diesem Tag im ungünstigsten Fall bereits ausgebucht sind.
Adresse Weingut Tomic: Bastijana d.o.o., 21465 Jelsa, Insel Hvar, Kroatien, Tel: +385 21/768 160, http://www.bastijana.hr, E-Mail: bastijana@gmail.com
Öffnungszeiten Weinprobe:
Im Sommer: Mo – Fr 7:00 – 20:00 Uhr, Sa und So 9:00 – 20:00 Uhr
Im Winter: Mo – Fr 7:00 – 15:00 Uhr, Sa und So geschlossen

Tag 43: Von Korčula Insel (Marina Lumbarda) nach Hvar (ACI Vrboska Marina) – (51 sm) / Fahrzeit ca. 10,5 Stunden

Tag 43: Von Korčula Insel (Marina Lumbarda) nach Hvar (ACI Vrboska Marina) – (51 sm) / Fahrzeit ca. 10,5 Stunden

Heute ist wirklich einmal zeitiges Aufstehen angesagt. Wir haben uns vorgenommen, recht früh am Tage los zu kommen, denn mit immerhin 51 Seemeilen wird die heutige Etappe der mit Abstand längste Schlag auf unserem bisherigen Segeltörn (die bisher weiteste Etappe brachte es auf „nur“ 41 Seemeilen). Wir wollen nach Möglichkeit auch nicht zu spät abends am Ziel in Vrboska auf der Insel Hvar eintreffen, so dass noch Zeit für ein schönes Abendessen bleibt. Der eine oder andere erfahrene Adria-Segler bezeichnet die für heute angepeilte ACI Marina in Vrboska als eine der besten Marinas in der gesamten Adria. Von soviel Vorschusslorbeeren angelockt, sind wir sehr gespannt auf unseren persönlichen Eindruck. Der Wetterbericht kündigt eine günstige Hauptwindrichtung an, so dass wir im Durchschnitt mit etwa 5 Knoten Reisegeschwindigkeit rechnen können – das ist für ein Schiff unserer Größe annähernd Rumpfgeschwindigkeit – schneller würde es bei einem Verdrängerboot auch gar nicht gehen.

Die stark bewaldeten kleinen Eilande Otok Vrnik und Otočić Planjak passieren wir schon kurz nach dem Auslaufen aus Lumbarda. Die Inseln nehmen doch trotz ihrer geringen Ausdehnung wegen der Landabdeckung doch spürbar ein wenig Fahrt heraus. Die unter Naturschutz stehende Insel Otok Badija ist im Vergleich schon deutlich größer, doch hier sind die Windverhältnisse günstiger. Fast könnte man denken, den Duft der dort massenhaft vorhandenen riesigen Kiefern auf unser Boot herüberwehen zu spüren und ihn in einem maritimen Mix zusammen mit der Frische des Meeres wahrnehmen zu können. Nordöstlich von Otok Badija, zwischen den Mini-Inseln Otočić Rogačić und Otok Lučnjak, ändern wir unseren Kurs von 350 Grad auf 280 Grad.

Kurz nachdem wir Otok Badija passiert haben, sehen wir auf unserer Backbord-Seite die Umrisse der Stadt Korčula, eine der am besten erhaltenen Städte mit mittelalterlichem Stadtbild im Mittelmeerraum. Man sagt, der venezianische Händler Marco Polo solle aus Korčula stammen. Danach geht es in den Korčulanski kanal. Die Meerenge zwischen den beiden Inseln Korčula und Pelješac (wobei es sich bei Pelješac genau genommen wegen der Landverbindung im äußersten Osten um eine Halbinsel handelt) ist an der schmalsten Stelle nur etwas über einen Kilometer breit. Man kann also gleichzeitig beide Ufer sehen, einmal das Ufer der Insel Korčula und gegenüber jenes des Festlandes.

Steuerbordseitig können wir den 961 m hohen Sveti Ilija bewundern, zu deutsch auch „Heiliger Elias“ genannt. Dabei handelt es sich allerdings nicht um eine überdimensionale Heiligenfigur, sondern um den höchsten Berg der Halbinsel Pelješac und ganz Süddalmatiens. Das Pelješac-Gebirge liegt rund zwei Kilometer von der Küste bei Orebić entfernt, so dass wir den Gebirgszug aus rund 4 Kilometern betrachten können. Man kann den Gipfel des Sveti Ilija unter anderem von Orebić aus in rund zwei Stunden erreichen. An Tagen mit guter Fernsicht soll man von Gipfelhöhe sogar die italienische Küste ausmachen können.

Auf der Höhe der Bucht von Lovište entscheiden wir uns dafür, den etwas kürzeren Weg nach Vrboska zu nehmen und unsere Hauptfahrtrichtung auf Kurs 080 Grad zu ändern. Der jetzt anliegende Raumschotskurs (also mit Wind von schräg hinten) ist zwar etwas langsamer als wenn wir die Westroute genommen hätten, aber dafür ist die Ostroute auch ganze 20 Seemeilen kürzer. Trotz Raumschotskurs können wir gut Geschwindigkeit machen, die Logge zeigt über 5 Knoten an. Das gefällt meiner Mitseglerin, und ich bin einer guten Reisegeschwindigkeit ebenfalls nicht abgeneigt 😉

Die ACI Marina in Vrboska hält, was sie verspricht. Landstrom und Frischwasserversorgung sind ebenso vorhanden wie ein Waschsalon. Eine Tankstelle ist in der Marina ebenfalls vorhanden. Gut, da bunkern wir gleich wieder etwas Treibstoff. Die Duschen und Toiletten, die wir gleich nach dem Anlegen testen, sind sehr sauber. Es gibt in unmittelbarer Nähe der Marina zahlreiche Restaurants von offenbar guter Qualität, bei denen das Verhältnis von Preis und Leistung zu stimmen scheint. Für das „Bonaca Vrboska“, direkt an der Marina gelegen und nur rund 100 Meter von unserem Liegeplatz entfernt, trifft dies nach unserer Meinung jedenfalls zu. Und nach den 51 Seemeilen haben wir uns unser Abendessen redlich verdient!

Adresse ACI Vrboska Marina: ACI Marina Vrboska, 21463 Vrboska, Hvar, Kroatien, Tel: +385 (0)21 774 018, Fax: +385 (0)21 774 144, E-Mail: m.vrboska@aci-club.hr, Kontakt auch über UKW-Kanal 17

Adresse Bonaca Vrboska: Bonaca Vrboska, 520, 21463, Vrboska, Kroatien, Tel: +385 (0)91 720 0074, Öffnungszeiten Mo-So 12:00 Uhr bis 00:00 Uhr

Tag 42: Von Polače nach Korčula Insel (Marina Lumbarda) – (14 sm) / Fahrzeit ca. 3 Stunden

Tag 42: Von Polače nach Korčula Insel (Marina Lumbarda) – (14 sm) / Fahrzeit ca. 3 Stunden

Nach dem gestrigen ausgiebigen Abendessen in der Konoba Ankora und einem zünftigen sättigenden Frühstück mit Speck und Eiern fühlen wir uns gut gestärkt. Gestern haben wir noch besprochen, heute an Tag 42 unseres Törns von Polače in Richtung Korčula segeln zu wollen.

Die dalmatinische Insel Korčula ist bekannt für die Produktion des Grk, eines speziellen leicht bitteren Weißweines aus Lumbarda, mit deutlichen Anklängen an Pinien und Harzaromen und an trockenen Sherry erinnernd. Korčula bietet zwar wie viele andere Inseln in Kroatien auch eine von der ACI-Gruppe betreute Marina an, doch wir wollen einmal etwas neues ausprobieren und so entscheiden wir uns für die Marina Lumbarda. Die Marina Lumbarda liegt am äußersten östlichen Zipfel der Insel Korčula , die ziemlich genau in Ost-West-Ausdehnung verläuft. Für Frühaufsteher sind traumhafte Morgendämmerungen also garantiert.

Die Marina Lumbarda ist nicht nur nicht ganz so überfüllt wie die etwas weiter nördlich liegende ACI Marina Korčula und eignet sich demnach gut als Ausweichmarina, sondern mit 30-40 Prozent geringerem Preisniveau zudem auch noch um einiges preisgünstiger als die ACI-Variante. Dafür liegt diese Marina etwa 6 km östlich der Stadt Korčula, die der Insel ihren Namen gab. Doch die Entfernung zur Stadt ist für uns kein Problem, da wir bislang nicht vorhaben, in die Stadt Korčula zu fahren. Falls wir uns doch noch anders entscheiden sollten, stünde ja auch ein Taxi für relativ kleines Geld zur Verfügung. Ein Abstecher in den naheliegenden Nationalpark Lastovo wäre von hier aus möglich, die Ausgangslage ist besser sogar als von der ACI Marina Korčula, da man sich das Umkurven der zahlreichen kleinen Inseln auf der Ostseite von Korčula spart.

Die Marina Lumbarda verfügt über einen effektiven Wellenbrecher, sie ist dadurch relativ gut vor Schwell geschützt, allerdings bedeutet „keine Welle“ nicht unbedingt, dass es in der Marina keinen Wind gibt. Besonders bei eintreffender Bora kann es also zu einem nicht nur lauen Lüftchen, sondern durchaus auch zu ausgewachsenen Windböen kommen. 115 Wasserliegeplätze, alle mit Muringleinen sowie mit Landstrom- und Wasseranschluss ausgestattet, stehen in der Marina Lumbarda zur Verfügung, wovon zwischen 20 und höchstens 40 Plätze für Gastlieger zur Verfügung stehen. Die maximal zulässige Länge der Gastlieger beträgt 25 Meter, wir zählen mit unseren gut 9 Metern also eher zu den kleineren.

Der Sportboothafen verfügt neben einem Restaurant (das wir nicht ausprobiert haben) über Einkaufsmöglichkeiten, einen Arzt, eine Bank und eine Poststelle. Das einzige Sanitärgebäude der Marina ist mit einigen einfachen, aber funktionalen Duschen und Toiletten ausgestattet. Zu Stoßzeiten, etwa morgens, wenn alle Crews möglichst gleichzeitig duschen möchten, kann es aufgrund der eingeschränkten Kapazitäten also zu ein wenig Wartezeiten kommen, die aber erträglich sind. Und schließlich sind wir ja im Urlaub, da sieht man vieles entspannter…

Adresse Marina Lumbarda: Lucica Lumbarda, 20263 Lumbarda, Korcula, Kroatien, Tel +385 20 712 489, Fax +385 20 712 122, Kontakt auch über UKW-Kanal 17
GPS: 42.925167° N, 17.171150° E