Tag 38: von Porto Montenegro nach ACI Marina Dubrovnik (41 sm) / Fahrzeit ca. 8 Stunden

Tag 38: von Porto Montenegro nach ACI Marina Dubrovnik (41 sm) / Fahrzeit ca. 8 Stunden

Nach der sehr entspannenden Erholung gestern *im* Wasser des Yacht Club Pools von Porto Montenegro steht heute wieder einmal ein ganzer Tag *auf* dem Wasser an. Schnicki -meine weibliche Begleitung- und ich freuen uns sehr auf die Etappe, wenngleich wir uns mit 41 sm Strecke heute eine recht lange Strecke vorgenommen haben – und mit unserer Entscheidung, wieder Richtung Kroatien zu fahren, steht uns auch das Ausklarieren bevor – mal sehen, ob wir die Strecke wie geplant schaffen.

Unter Klarieren versteht man den Vorgang, das Schiff beim Passieren von Staatsgrenzen im jeweiligen zu verlassenden abzumelden und im zu betretenden Hoheitsgewässer anzumelden. Das ganze Prozedere der Klarierungsformalitäten, das wir ja an Tag 25 unseres Törns bei unserer Einreise von Kroatien aus nach Montenegro schon einmal durchgeführt haben, läuft im Prinzip wieder gleich ab – nur diesmal gewissermaßen mit umgekehrten Vorzeichen, da wir ja aktuell von Montenegro mit Destination Kroatien fahren. Ich prüfe also, ob alle für die Erledigung der Formalitäten erforderlichen Papiere für Schiff und Crew vorhanden sind. Da die kroatischen Hafenbehörden von Crews bei der Einreise regelmäßig einen schriftlichen Nachweis dafür verlangen, dass sie ggf. zuvor ordnungsgemäß ausklariert haben, zahlt sich eine ordentliche Erledigung des Papierkrams schon deshalb aus, ganz zu schweigen von den empfindlichen Bußgeldern, die Kroatien seit 2017 verhängt, sollten die Formalitäten nicht oder nicht sorgfältig genug erledigt worden sein. Wir verlassen also zunächst die Bucht von Kotor und steuern zum Ausklarieren aus Montenegro wiederum die vom Hinweg schon bekannte Zollpier Zelenika Porto Montenegro bei Herceg-Novi an.

Adresse Zollpier Zelenika: Sunčana Obala b.b., Zelenika 85346, Montenegro

Zum Einklarieren nach Kroatien steuern wir wieder den obligatorischen Zollsteg Q am Port of Entry von Cavtat an, der unübersehbar durch ein Schild mit schwarzem „Q“ auf gelbem Grund markiert ist. Auch wenn wir Dubrovnik als heutige Destination vorgesehen haben, ist das Einklarieren an der ersten Möglichkeit vorzunehmen, und das ist eben Cavtat. Am Zollsteg ist das Anlegen wie in den Zollstatuten festgehalten kostenlos – der junge Mann, welcher „zuvorkommend“ die Leinen verlangt und dann der Crew für seinen „Service“ 100 Kuna (umgerechnet rund 13,50 EUR) abknöpft, ist auch diesmal nicht vor unseren Augen aufgetaucht. Das Einklarieren selbst in Richtung Kroatien ist kostenlos, sofern ein kroatisches Permit vorhanden ist, was bei uns der Fall ist. Die gelbe Quarantäne-Flagge unter der Steuerbordsaling ist wieder vorschriftsmäßig zusammen mit der Gastlandflagge gesetzt. Da wir in Montenegro keine zollpflichtigen Waren erworben haben, brauchen wir auch nichts zu verzollen, was die Prozedur etwas abkürzt. Das Dienstgebäude mit den zuständigen Beamten ist unübersehbar schon beim Anlegen am Zollsteg auszumachen. Ich zeige unsere Pässe sowie die Schiffspapiere vor und einige Stempel später ist schneller als gedacht alles mit der gewohnten kroatischen Leichtigkeit erledigt. Sehr empfindlich reagieren die kroatischen Behörden hingegen, wenn zwischen dem Ausklarieren und dem Einklarieren in kroatischen Gewässern Teile der Crew an Land gehen oder man auch nur ankert. Dies sollte man unbedingt unterlassen.

Adresse: Cavtat Port of Entry, Zidine 6, 20210 Cavtat (Croatia)

Nachdem wir die Zollabfertigung schneller als erwartet hinter uns gebracht haben, machen wir uns freudig auf in die ACI Marina Dubrovnik. Auch diesen wunderbaren und immer wieder besuchenswerten Ort werden Sie schon kennen, vorausgesetzt, Sie haben den ersten Teil unseres Segelbuches bereits gelesen. In der ACI Marina Dubrovnik waren wir an Tag 21 unseres Segeltörns schon einmal zu Gast. Es hat uns so gut gefallen, dass wir gleich zwei Tage Landurlaub gemacht haben.

Mit Schnicki am Ruder und den hier üblichen 3-4 Bft. Wind aus West geht es schneller voran als erwartet.
Von Cavtat aus ist bereits nach kurzer Zeit in nordwestlicher Richtung Otok Lokrum auszumachen, das wir steuerbords passieren. Nur wenig später ist ebenfalls steuerbords die deutliche größere, vorgelagerte Halbinsel Babin Kuk zu sehen. Backbordseitig betrachten wir den Leuchtturm von Otočić Grebeni, der uns mit seinem Leuchtfeuer klares Zeichen dafür gibt, dass wir fast am Ziel, der ACI Marina Dubrovnik, angelangt sind. Jetzt gilt es nur noch die Franjo-Tuđman-Brücke zu passieren und die Bucht von Dubrovnik liegt vor uns. Mindestens genau glücklich wie erschöpft kommen wir abends in der ACI Marina Dubrovnik an und legen unser Schiff in die reservierte Box. Eine kleine Abendvesper einnehmen und bettfein machen, denn morgen schon steht die (kurze) Etappe nach ACI Marina Slano an…

www.kuestenpatent-kroatien.at